Wohnung im Mehrfamilienhaus einrichten – cleverer Umgang mit jedem Quadratmeter
Ein häufiger Fehler, den ich anfangs machte, war, zu viele Möbel auf kleiner Fläche zu stapeln. In einem Mehrfamilienhaus mit dünnen Wänden kann das schnell erdrückend wirken. Also reduzierte ich auf das Nötigste: ein Sofa, einen Couchtisch, einen Esstisch und ein Regal. Alles andere wanderte in den Keller oder wurde verschenkt. Stattdessen setzte ich auf vertikale Aufbewahrung – hohe, schmale Schränke, die bis zur Decke reichen. Darin verstaut ist alles von der Bettwäsche bis zu den Weihnachtsdekorationen. So bleibt der Boden frei, und die Wohnung wirkt luftig. Besonders praktisch ist ein Schuhschrank im Flur, der gleichzeitig als Sitzbank dient, damit ich beim Anziehen der Schuhe nicht auf dem Boden hocken muss.
Ein weiterer Punkt, den ich an Parkett liebe, ist die Schalldämmung. In meinem Altbau höre ich oft die Nachbarn von oben, aber mein Boden dämpft die Geräusche in meiner Wohnung. Das ist besonders wichtig, wenn du wie ich in einer Stadt mit dünnen Wänden lebst. Ich habe eine Kombination aus Parkett und einem dicken Teppich im Wohnzimmer, die den Trittschall reduziert. Und wenn ich morgens aufstehe, sind meine Füße nicht kalt, weil das Holz die Raumtemperatur speichert. Das ist ein Detail, das du erst schätzen lernst, wenn du es erlebst. Ich kann mir nicht vorstellen, noch einmal auf Laminat zurückzugehen. Es ist wie der Unterschied zwischen einer echten Lederjacke und einer aus Kunststoff – beides funktioniert, aber das eine fühlt sich einfach besser an.
Der nächste Schritt war die Sitzgelegenheit. Ich kaufte eine klappbare Bank aus Teakholz, die ich bei Regen schnell ins Wohnzimmer stellen konnte. Dazu legte ich einen Läufer aus Kokosfasern, der den Beton optisch aufweichte. Ich stellte Tontöpfe mit Lavendel und Rosmarin auf, die den Geruch von Süden mitbrachten. Ein kleiner Tisch aus Palettenrost diente als Ablage für meinen Kaffee. Es war nicht viel, aber es fühlte sich wie ein Rückzugsort an. Ich verbrachte jeden Morgen dort, beobachtete die Vögel und lauschte dem Rauschen der Bäume im Hof. Der Balkon wurde mein Therapieraum.
Manchmal muss ich schmunzeln, wenn Leute sagen, Spiegel seien nur etwas für große Räume. Dabei helfen sie gerade in winzigen Apartments enorm. Ich hatte mal eine Kundin mit einem 20-Quadratmeter-Studio, und wir haben einen langen, schmalen Spiegel an die Wand neben dem Bett montiert. Das hat nicht nur den Raum optisch verdoppelt, sondern auch das Gefühl von Enge genommen. Kombiniert mit einem Bett, das einen Stauraum bietet, wie ein Bett mit integrierten Schubladen, wird jeder Zentimeter genutzt. In solchen Fällen ist der Spiegel fast so wichtig wie die Möbel selbst, weil er die Grenzen des Raums aufweicht. Und wenn du dann noch eine helle Tapete wählst, entsteht fast ein Badezimmer-Feeling, nur viel wohnlicher.
Das größte Problem in meinem Bad war immer die Frage: Wo soll der Gast schlafen, wenn er über Nacht bleibt? Eine richtige Gästematratze auf dem Boden war keine Option, denn dann hätte ich morgens keinen Platz zum Zähneputzen. Also habe ich mir eine kluge Lösung für das Badezimmer einrichten ausgedacht: eine kompakte Schlafgelegenheit, die tagsüber unsichtbar ist. Ich habe mich für eine kleine Kanapee mit Funktion zum Schlafen entschieden, die genau in die Nische neben der Tür passt. Tagsüber dient sie als Sitzbank zum Anziehen der Schuhe, nachts wird sie mit einem Handgriff zum Bett. Der Clou: Sie hat einen mechanischen Ausziehmechanismus, den ich total einfach bedienen kann. Der Bezug ist ein strapazierfähiger Stoff in Beige, der zu den Fliesen passt. So habe ich auf kleinstem Raum eine zweite Funktion geschaffen, ohne dass das Bad wie ein Schlafzimmer aussieht.
Dann kam der Winter. Die Kräuter erfroren, die Töpfe barsten. Ich musste umdenken. Ich investierte in frostsichere Gefäße aus Fiberglas und pflanzte winterharte Gräser. Ein kleiner Kirschlorbeer im Kübel gab Struktur. Ich spannte an der Hauswand ein Segel aus wasserabweisendem Stoff, das als Sichtschutz diente. Darunter platzierte ich eine Bank mit Auflagen, die ich im Keller lagerte. Der Balkon blieb auch bei Kälte nutzbar, wenn ich eine dicke Decke um mich wickelte. Die Nachbarn schauten neidisch herüber. Mein kleiner Garten war jetzt ganzjährig bewohnbar.
Wenn du überlegst, wie du dein Badezimmer einrichten kannst, denk auch an den Stauraum Farbpalette für die Wohnung Bettwäsche und Handtücher. In meinem Bad hatte ich früher einen riesigen Korb mit losen Laken und Bezügen, der immer im Weg stand. Die Lösung war eine Wäschekommode mit einem tiefen Schubladensystem unter dem Waschbecken. Aber das war nicht genug. Für die sperrigen Decken und Kissen habe ich mir ein Bett mit einem Stauraum unter der Matratze angeschafft. Das hat einen Klappmechanismus, der den gesamten Innenraum freigibt. Darin verstaut ist jetzt die gesamte Gästebettwäsche und sogar ein paar Reservehandtücher. Das hält den Raum visuell frei und ich muss nicht jedes Mal in den Keller laufen. Wenn du kein Bett im Bad haben willst, funktioniert das auch mit einer Truhe oder einem Hocker, der innen hohl ist.